ökologsiche Weinbaubauinformation vom 06.08.2019

Rebentwicklung
Lage: Die Wasserversorgung ist sehr unterschiedlich aufgrund der sehr lokal aufgetretenen Regenfälle. Von inzwischen ausreichend versorgt bis immer noch besorgniserregender Trockenstress ist alles dabei. Im Laufe der Woche kann es immer wieder zu Schauern kommen.
Abschlussbehandlungen bei frühen Sorten sind entweder schon gelaufen oder sollten in dieser Woche stattfinden, spätere Sorten und Lagen sollten Mitte August nochmal behandelt werden.
Pflanzenschutz
Oidium:
Stand: Jetzt geht es um den letzten Schutz vor allem am frischen Zuwachs in der oberen Laubwand und der Geiztrauben. Dies sollte nochmal kontrolliert werden und eventuell eine weitere Behandlung eingeplant werden. Spätreifende Sorten sollten Ende der Woche oder Anfang nächster Woche nochmal behandelt werden. Wo die Wasserversorgung ausreichend ist und den Blättern eine weitere Bicarbonatbehandlung zugemutet werden kann, ist dies die empfohlene Variante aufgrund der Botrytisnebenwirkung.
Mittel:
- Vitisan 5 kg/ha mit Wecit (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Natriumbicarbonat 5 kg/ha mit Wecit (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Kumar 5 kg/ha (bietet gleichzeitig Botrytisnebenwirkung)
- Sprühmolkepulver: 4 %ig in der auszubringenden Wassermenge
Peronospora:
Stand: Befallsfreie Anlagen sind kaum noch gefährdet und die Kupfermenge kann zurückgefahren werden. Hier gilt es, einen Belag auf dem Neuzuwachs zu halten, um bei Wetterumschlag und eventuell „übersehenem“ Befall das Blattwerk gesund zu halten. In Anlagen mit Befall weiter mit der höheren Menge arbeiten. Die Trauben sind jetzt nicht mehr anfällig, aber die obere Laubwand muss noch geschützt werden.
Mittel: Kupfer: 150 bis 200 g reinCu /ha (die höhere Menge nur, wo Ölflecke in der Anlage sind und es sich um Taulagen handelt)
Rebschutz in Junganlagen:
Jungfelder weiter behandeln. Hier zählt die intakte Blattmasse für eine gute Holzausreife und Reservestoffeinlagerung. Wenn nicht geerntet wird, kann bis zum Schluss Netzschwefel eingesetzt werden. Bei unbeständiger Witterung und heftigeren Regenfällen sind Kupferbehandlungen in nicht zu langen Abständen noch bis zum Ende der Wachstumsphase wichtig.
Esca:
Vermehrt finden sich jetzt wieder Rebstöcke, die entweder spontan absterben (Apoplexie) oder die typischen Esca-Symptome (Tigermuster) aufweisen. Die erkrankten Stöcke sollten jetzt markiert (Bänder oder Farbspraydosen) werden. Falls die Krankheit noch nicht zu weit vom Stammkopf nach unten fortgeschritten ist, kann in vielen Fällen durch einen Stammrückschnitt im Frühjahr auf ca. 15 cm über der Veredlungsstelle der Stock noch gerettet werden. Die abgesägten sowie abgestorbenen Rebstöcke müssen aus dem Weinberg entfernt und verbrannt werden, damit sich keine Fruchtkörper bilden, die die Krankheit weiter verbreiten. Bei einem Triebausschlag an der Stammbasis kann der Stock im nächsten Jahr wieder neu aufgebaut werden. Vollständig durch Esca abgestorbene Stöcke können gleich gerodet werden, da eine Stammsanierung hier keinen Erfolg mehr verspricht.


Beate.Fader@dlr.rlp.de      drucken nach oben  zurück